«Schnell ein paar Fotos» kommt meist nicht gut

Ich höre den Satz öfters innerhalb der Firma: «Ich mache dann schnell ein paar Fotos.» So leicht ist dies gesagt und so schwierig ist es, brauchbare Resultate zu liefern.

Mit dem Web und den Digitalkameras ist alles so einfach geworden, meint man: An einem Anlass, im Workshop oder auf einem Ausflug werden Fotos gemacht, die dann ins Intranet sollten. Doch die Fotos, die zurück kommen, sind meist schlecht und kaum geeignet für die Bebilderung eines internen Berichts.

Folgende Anforderungen würde ich an Fotos fürs Intranet stellen:

  • Ausgeglichene Belichtung. Bei Serien mit Aussen- und Innenaufnahmen kann es zu grossen Unterschieden in der Qualität kommen: Manche Bilder sind zu dunkel, andere zu hell. Die Schwierigkeit besteht darin, bei verschiedenen Lichtverhältnissen gut belichtete Bilder zu bekommen.
  • Scharfe Abbildung. Häufig zu sehen sind Bewegungsunschärfen oder Scharfstellung auf den Hintergrund – solche Bilder sind Ablöscher.
  • Eindeutiger Bildinhalt. Damit ein Bild im Web schon in der kleinen Ansicht wirkt, sollten die abgebildeten Personen, Gegenstände oder Szenen gut erkennbar sein. Im Sinne von «ein Stuhl ist ein Stuhl» sollten die Bilder keine Rätsel aufgeben. Auch sollte nichts Wesentliches abgeschnitten sein. So ist der Erinnerungswert viel grösser.

Damit gute Resultate herauskommen, braucht es schon ein paar Gedanken, einige Versuche und eine strenge Auswahl. So schnell und einfach geht das nicht immer. Und als Fotograf kann man dann beim Anstossen auch nicht selber mitmachen. Ein bisschen Entbehrung für das gute Bild muss also sein.

Ich darf dann am 6. Dezember, am Chlausabend, wieder für die Firma Fotos machen – in schwierigen Lichtverhältnissen und mit hoffentlich brauchbaren Resultaten.

Veröffentlicht von Stefan Bucher

Seit den späten 1990er-Jahren im Internet. Mit seinem Hintergrund in Kommunikation erkundet er die Besonderheiten des Schreibens im Web. Er berät Kunden in Strategie-Workshops und liebt die Anliegen der Nutzer. Er leitet Projekte, erstellt Konzepte und Content, schult Anwender und betreut Social Media in Organisationen.

3 Antworten auf “«Schnell ein paar Fotos» kommt meist nicht gut”

  1. Noch schlimmer wird, wenn Leute meine, sie können mit dem Handy brauchbare Fotos machen. Handys sind gut, um schnell eine Erinnerung oder so einzufangen, aber brauchbare Bilder für Intranet / Internet lassen sich damit kaum machen. Ich hab sogar schon mit Leute zu tun gehabt, die wollten mit dem Handy Bilder für eine Print-Publikation machen.

    Antworten

  2. Nun, ehrlich gesagt würde ich Handyfotos nicht generell ablehnen, solange sie meine oben beschriebenen Anforderungen erfüllen. Und das können auch Handykameras: Bei gutem Licht ein Objekt klar erkennbar abbilden.

    Technisch gesehen lassen sich Handykamerabilder gerade fürs Web schon noch so bearbeiten, dass sie brauchbar sind: meist Tonwertkorrektur und etwas Farbbalance. Allfälliges Rauschen reduziert sich oft schon durch die Verkleinerung.

    Antworten

  3. Das Problem kenne ich aus beruflichen Zusammenhängen auch. Vor allem macht sich niemand die Mühe, die misslungenen Fotos zu löschen. Dabei kann sich mittlerweile niemand mehr hinter dem Equipment verstecken. Da wird schon mal für Printfotos mit der kleinsten jpg-Größe fotografiert … Oder: 90 % Hintergrund, 10 % Bildinhalt.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.