Wer schreibt die Beiträge für das Unternehmens-Blog?

Wenn sich das mittelständische Unternehmen einer Onlinestrategie verschreibt, dann muss Content für die Online-Kanäle erstellt werden. Zu dieser neuen Aufgaben werden intern alle Mitarbeitenden eingeladen. Die Hoffnung ist, dass auf diese Weise authentische Inhalte entstehen, die den Kunden das Unternehmen näher bringt.

Ein einzelner Mitarbeiter, sagen wir ihm Lukas, fühlt sich angesprochen und will mitwirken. Lukas schaut sich die Präsentation an, in der die Geschäftsleitung über die Onlinestrategie informiert hatte. Darin sind Ziele und Personas aufgeführt. Lukas kann sich darunter etwas vorstellen. Er findet die konzeptionelle Vorarbeit bis hierhin recht gelungen.

Lukas überlegt sich, was er im Corporate Blog schreiben könnte.

  • Für welche Zielgruppe? In seiner Arbeit hat Lukas mit Kundinnen und Kunden zu tun. Er kennt ihre häufigsten Fragen und versteht ihre Nutzungssituationen. Also denkt er an diese konkreten Zielpersonen. Sie machen mit Sicherheit eine relevante Gruppe aus, denn sie sind Nutzer des Produkts und können als Multiplikatoren wirken.
  • Welche authentischen Erfahrungen? In vielen Situationen vertritt Lukas das Produkt und das Unternehmen. Im Gespräch hört er von Kunden praxisnahe Anekdoten. Er liefert dazu seine eigenen Geschichten. So macht er das Produkt in diesen Gesprächen erlebbar. Die Konversationen ergeben sich spontan und sind authentisch. Von ihnen gibt es viele, aus denen sich für Berichte schöpfen lässt.
  • Welche nützlichen Informationen? Schon öfters hat eine Erklärung oder ein Vergleich zum Aha-Effekt geführt. Lukas kennt einige bewährte Bilder oder Geschichten, die häufig gut ankommen. Diese Informationen sind nützlich, weil sie den Kunden weiterhelfen. So kann es doch gut sein, dass sie sich auch für viele weitere Leser als wertvoll erweisen.

So hat Lukas ohne viel Aufwand aus seiner eigenen Erfahrung genug Stoff für einen Blogbeitrag gesammelt. Lukas ist bereit, ein Autor für die Unternehmens-News zu sein.

Wie viele Lukas gibt es wohl in Ihrem Unternehmen? Bestimmt ist ihr Engagement wertvoll und sie sind eine grosse Hilfe für die Onlineverantwortlichen mit dem Auftrag, die Onlinekanäle zu befüllen.

Mit Lukas Beitrag gibt es indes für Onlineverantwortliche noch einige Arbeiten zu tun.

  • Abstimmung mit der Content-Strategie. Dient die Geschichte der Erreichung der Ziele? Wird bei der Zielgruppe ein Mehrwert generiert? Diese Beurteilung liegt bei den Onlineverantwortlichen. Ebenso die Kuration der Themen.
  • Redaktionelle Textbearbeitung. Ist der Text einfach geschrieben oder sind zu viele Fachbegriffe enthalten? Die Hoheit für kleine stilistische Anpassungen und Rechtschreibekorrekturen liegt ebenfalls bei den Onlineverantwortlichen.
  • Angaben für SEO und Social Media. Weitere Textoptimierung ist nötig für die beabsichtigte Wirkung in Suchresultaten und Social-Media-Verlinkungen.
  • Bildmaterial bereitstellen. Für eine einheitliche Erscheinung müssen vielleicht interne Richtlinien eingehalten werden. Eventuell wird ein Hausgrafiker beauftragt. Sicherzustellen ist auch die rechtskonforme Verwendung von Bildmaterial.
  • Planen und Veröffentlichen. Wann wird der Beitrag veröffentlicht? Diese Entscheidung ist abhängig vom Redaktionsplan, Unternehmensevents und äusseren Ereignissen. Das Zeitmanagement gehört zu den Kernaufgaben der Onlineverantwortlichen. Zum Veröffentlichen gehören allen Kanäle und die Nachbearbeitung in Social Media.
  • Interne Kommunikation. Mit einer Nachricht an die Belegschaft kann auf die Veröffentlichung von Lukas Beitrag hingewiesen werden. Und so anderen Mitarbeitenden aufzeigen, was auch sie beisteuern könnten.

Will das Unternehmen Beiträge von Mitarbeitenden fördern, ist einige Begleitung nötig. Viele wertvolle Geschichten liegen bereit. Unterschätzen Sie nicht das kreative Potential Ihrer eigenen Leute.
Schliesslich behält indes die Onlinestrategie die Verantwortung für die Onlineaktivitäten.

Follow my blog with Bloglovin

Eigene Geschichten als Antrieb für die Contentarbeit

Was die Onlinekommunikation vorwärts treibt, sind kreative Ideen für neue Geschichten und Präsentationformen. Dazu braucht es eine Contentstrategie, eingespielte Abläufe und redaktionelle Kompetenz.

Die Anforderungen an die Contenterstellung sind für den Dialog im Web viel entscheidender als die Frage des eingesetzten Tools. In manchem Webprojekt kommt nach einer Weile der Wunsch nach einer weniger statischen Startseite. Hilfe wird dann oft von neuen Tools oder angesagten Agenturen erwartet. Diese können zwar eine neue Stuktur oder eine frische Hülle liefern. Die Notwendigkeit, mit eigenen Ideen Inhalte zu erstellen, bleibt jedoch unverändert.

Die neuen Funktionen oder Ratschläge können gar bewirken, dass neue Kommunikationskanäle bedient werden müssen, für die gar nicht genügen Kapazität vorhanden ist. Der von der Kreativagentur vorgeschlagene Facebook-Button bedeutet beispielsweise, dass auch im Social Network eine Konversation geführt werden müsste.

Wenn die Organisation schon Mühe zeigte, auf ihrer gewöhnlichen Website ansprechende Inhalte bereitzustellen, wie soll sie es schaffen einen Dialog im Real-Time-Web zu führen? Oder ein Content Management System mit x-verschiedenen Blöcken und Views zu füttern?

Viel zentraler sind Ideen, welche Inhalte überhaupt kommuniziert werden sollen. Und ein Redaktionsplan, wie ein Thema über mehere Monate im Gespräch bleibt, damit Besucher wiederkommen und sich am Austausch beteiligen.

Der Antrieb für die Onlinekommunikation muss das persönliche Gespräch sein. Denn so kommen auch die Ideen für Texte, die Menschen ansprechen.

Scroll Up