Was und warum? Einleitungstext als Orientierungshilfe

Die ersten ein bis Sätze einer Website helfen den Besuchern sofort zu erkennen, was das Thema ist und welche Informationen zu erwarten sind. Solche Einleitungstexte beantworten das «Was» und das «Warum» ohne Ablenkung und in einfacher Sprache.

Besucher möchten meist am liebsten gleich zur Sache. Wie in einem früheren Beitrag festgestellt, orientieren sie sich nach der nächst möglichen Aktion auf einer Webseite: einen Link klicken oder ein Formular ausfüllen.

Als Erklärung, welche Links und welche Handlungen auf einer Seite zur Verfügung stehen, hilft ein Einleitungstext am Eingang der Seite. Im Oktober 2007 hat Jakob Nielsen festgestellt, dass Einleitungstexte oft viel zu lange sind und von Besuchern meist gar nicht beachtet werden («Blah-Blah Text: Keep, Cut, or Kill?»).

Wie soll also ein Eingangstext auf einer Webseite aussehen, damit Besucher wissen, was sie erwartet, und sie durch die Aktionen geleitet werden – wie in einem natürlichen Gespräch?

Jakob Nielsen wiederholt den alten Ratschlag, Texte für das Web um die Hälfte zu kürzen. Aus dem Bauch heraus auf Papier schreiben wir gerne viel Blah-Blah. Schneiden wir diesen Teil weg, bleiben als Einleitungstext meist ein oder zwei Sätze übrig. Das genügt um einfach zu sagen, worum es auf der Seite geht.

Intro text has a valid role in that it helps set the context for content and thus answer the question: What’s the page about?

Sagen Sie im Einleitungstext kurz und einfach, welche Inhalte auf der Seite sind, warum sie hier so gruppiert sind und was sie gemeinsam haben (Nielsen: «What? Why?»). Ein solcher Text hilft den Besuchern, sich auf der Seite besser zurechtzufinden. Selbst wenn der Text beim ersten Besuch übersprungen wird – vielleicht findet jemand bei einem zweiten Blick die Information hilfreich, um das Gefundene einzuordnen.

Vielleicht ist es nicht immer offensichtlich, was im Einleitungstext stehen soll, wenn ja der Inhalt schon alles klar macht. Im Gegensatz zu einer Zahlentabelle, einer Grafik oder einer Linkliste ist der Einleitungstext in natürlicher Sprache geschrieben. So wie Sie in einem Gespräch den Seiteninhalt in einem oder zwei Sätzen beschreiben würden, so können Sie es im Einleitungstext tun.

F-Muster: Oben und links wird gelesen

Webseiten-Besucher bewegen ihre Augen in zwei Linien von links nach rechts und am linken Bildrand von oben nach unten. Dieses F-Muster gibt wichtige Hinweise für das Schreiben im Web.

Das sind die Haupterkenntnisse aus Jakob Nielsens Forschungen mit der Eyetracking-Methode. Veröffentlicht hat er sie in seiner Alertbox F-Shaped Pattern For Reading Web Content vom 17. April 2006.

Nach Nielsen ist es die Form des Buchstabens «F», in welcher Besucher auf der Seite Informationen suchen.

Darstellung einer Eye-Tracking-Studie zeigt das F-Muster

Die Darstellung einer Eye-Tracking-Studie zeigt das F-Muster

Für das Schreiben von Webtexten bedeutet dies:

    • Besucher lesen Texte nicht wort-für-wort. Die alte Aussage, dass Benutzer Webseiten scannen wurde bestätigt.
    • Die ersten zwei Absätze müssen die wichtigsten Informationen enthalten.
    • Am Zeilenanfang sollten Wörter stehen, die Information tragen. Schon das dritte Wort auf einer Zeile wird weniger häufig gelesen als die ersten zwei.

Diese Nielsen-Ergebnisse weisen einige Gemeinsamkeiten mit früheren Erkenntnissen des Poynter Instituts auf. Somit bestätigt sich die Bedeutung des F-Musters für das Schreiben von Webtexten.

Scroll Up